Didaktisches Konzept

Die konzeptuelle Basis des didaktischen Konzepts stellt das in der Forschung und Praxis bewährte Modell der sog. Communities of Practice, das die Bedeutung der kollaborativen Wissenserzeugung und des informellen Wissensaustausches für das situierte Lernen in berufsbezogenen Peer-Gruppen hervorhebt und abbildet. Dieses Modell wird in Bezug auf die spezifischen Anforderungen der Anwendungsdomäne und der Lernszenarien übertragen und in ein entsprechendes Systemmodell überführt. Dabei werden die zentralen Prinzipen und Techniken des Web2.0 – die aktive Produktion, Anreicherung und der Austausch von Inhalten (sog. User-generated Content) – eingesetzt und mit strukturierten Artefakten und bestehenden Lernprozessen medizinischer Weiterbildung und Praxis integriert.

Den technischen Kern dieses Lösungsansatzes bilden Web2.0-Werkzeuge für kooperative Erstellung, Strukturierung, Visualisierung und den Austausch von interaktiven Wissensartefakten. Diese lernergenerierten Inhalte verbinden persönliche Erfahrungen aus der beruflichen Praxis der Lernenden mit medizinischen Best-Practices, wodurch sowohl die Nutzbarkeit der Inhalte als auch die fachmedizinische Qualitätssicherung gewährleistet werden soll. Dazu werden zum einen Methoden und Werkzeuge zur Erstellung von lernergenerierten Fallbeispielen durch Integration medizinischer Protokolle aus der ärztlichen Praxis der Lernenden entwickelt und diese Fallbeispiele durch didaktische Interventionen im Weiterbildungsprozess begleitet. Als Teil ihrer Weiterbildungsleistungen führen Lernende einfache persönliche Internet-Tagebücher (mittels Blog-basierter Werkzeuge angepasst an die spezifischen Domänenanforderungen), in denen sie spezifische Fälle aus ihrer ärztlichen Praxis mit semi-strukturierten Vorlagen beschreiben und im sozialen Netzwerk der Lernenden unter Einhaltung von Datenschutzgesichtspunkten veröffentlichen. Mittels eines mobilen Werkzeuges (z.B. MicroBlogging) könnten dabei Basiseinträge direkt in der Patientensitzung angelegt (z.B. Basis-Anamnese, Fotos, Sprach-Notizen) und danach im persönlichen Online-Blog mit weiteren Anmerkungen und semantischen Deskriptoren (Tagging) ergänzt werden.